Kommentar zum Rückzug von NeXT aus dem Hardwaregeschäft Wie ein Teil von euch aus Infos von NeXT, von der Workstation AG oder aus der Presse erfahren hat, hat NeXT beschlossen, in Zukunft keine Hardware mehr herzustellen. Stattdessen wird sich NeXT auf die Entwicklung und den Vertrieb des NeXTstep Betriebssystems und der Entwicklungswekzeuge konzentrieren (zuerst auf 486er PCs und später auf anderen Rechnern). Was bedeutet dies für einen NeXT User Group wie die NiCE? Zukünftige NeXTstep Anwender: Heutige NeXTstep Anwender teilen sich in zwei Lager. Erstens, solche die einen NeXT als eine Art Super Macintosh oder als Super Unix Maschine benützen. Zweitens, solche die NeXTstep als Entwicklungs- oder Anwendungsplatform für Custom Apps benützen. Das Dahinscheiden der NeXT-eigenen Hardware wird dem Zuwachs der ersten Gruppe schwächen oder beenden, da nur wenige einen 486er PC für den persönlichen Gebrach mit NeXTstep ausrüsten werden. Die zweite Gruppe dagegen wird stark anwachsen, da keine proprietäre Hardware mehr benötigt wird für NeXTstep. Die erste Gruppe wird zwar nicht verschwinden, sie wird aber sehr schnell eine zahlenmässige Minderheit werden. Verhältnis zu NeXT: NeXT fokusiert seine Anstrengungen vollständig auf den Custom App Markt, da dort für NeXT das Einkommen liegt. Folglich werden die neuen Entwicklungen und Erweiterungen von NeXTstep dorthin zielen, wie z.B. der DB-Kit, ObjectWare. Rechner mit NeXTstep als Super Mac werden immer weniger Priorität mehr haben, sofern sie überhaupt noch welchen haben. Benützer, die einen NeXT oder einen PC mit NeXTstep auf diese Weise nutzen wollen, werden daher lediglich als Trittbrettfahrer mitfahren können. Der 486er (gefolgt vom Pentium) wird die Hauptplatform für NeXTstep werden. Andere Platformen werden noch dazukommen (z.B. HP-PA). NeXTstep 4.0, 5.0 etc. werden aber sicherlich auch für den 68040er erhältlich sein, schon aus Gründen der Glaubwürdigkeit, zumal der Portierungsaufwand gering ist. Standardsoftware: NeXT hat erfolgreich die bestehenden Hersteller von Standardsoftware (AppSoft, Stone Design, RightBrain etc.) davon überzeugt, das die Anwender von Custom Apps auch Standardsoftware brauchen. Dieser Markt und mit ihm diese Produkte wird also nicht verschwinden. Der Nachschub an Standardsoftware wird daher auch für Super Mac Benützer aufrecht erhalten werden. Es wird aber wohl nur wenige neuen Hersteller von Standardsoftware geben. Angesichts der Qualität der bestehenden Software gibt es wenig Grund dazu, sich Sorgen zu machen. Die bestehenden Apps sind zwar zahlenmässig wenig, aber oft qualitativ viel besser als die unter Windows oder auf dem Macintosh. Nur wer ein Word oder PageMaker will wird Pech haben, da wohl keine Ports von Software von grossen Softwarehäusern stattfinden werden. Mitglieder des NiCE: Momentan besteht die NiCE zu 100% aus Besitzern von NeXT Rechnern. Diese sind grösstenteils Studenten, die am Studienplatz NeXTs haben und Private, die ihren NeXT als Super Mac benützen. Custom App Entwickler sind selten (am ehesten noch die Firmenmitglieder, sowie der Teil der Studenten, der Diplomarbeiten macht). Ich frage mich, ob die neuen Custom App Entwickler in die NiCE kommen werden. Der Computer ist für diese Personen Beruf und nicht Hobby, ein Verein ist daher höchstens für Erfahrungsaustausch/Weiterbildung interessant. Die Anwender ihrer Apps werden sicher nicht kommen, da der Computer für diese einfach ein Werkzeug ohne persönliches Interesse ist. Schlussfolgerung: Für die NiCE gibt es daher zwei extreme Szenarien: Das Erste besteht darin, ein Treffplatz und Informationsaustausch von NeXT Rechner Besitzern zu werden. Das Zweite besteht darin ein NeXTstep Developer Verein zu werden. Das Ergebnis wird sicherlich irgendwo dazwischen liegen. Wo, wird wesentlich von den Aktivitäten und daher von den bestehenden Mitgliedern abhängen. Ich werde daher in den nächsten Monaten bei den Treffs meine Aufmerksamkeit auf Gespräche zu diesem Thema richten, wenn sie auftreten. Wer eine Meinung zu diesen Thema hat kann diese an den Treffs von sich geben und findet auch im PowerKey genügend Platz zum sich zu äussen. Neil Franklin, NiCE-Präsident